Jua kali sana leo..............

heute scheint die Sonne sehr heiß  

und ich wurde verhaftet

 


Aus meinen "persönlichen"    Polizei-Report

9 Tage zuvor wurde ich im Pandya-Hosopital-Mombassa operiert. Ich hatte einen Magen-durchbruch und gestern war ich wieder nach Hause gekommen in mein Appartement in der Moi-Ave. Der Alltag hatte mich wieder - wir mussten wieder für uns selber Sorgen!
Terry war jetzt schon 2 Stunden weg. Plötzlich ein riesiges Gelächter im „Vorgarten" . Ich hörte natürlich sofort das unverkennbare Lachen von Terry heraus. Unsere Tür geht auf - eine mir fremde Frauenstimme fragte traditionsgemäß: *hodi?* heißt zu deutsch: darf ich eintreten?. Ich und erwiderte in suaheli mit: *karibu* übersetzt: willkommen oder auf bayrisch: *kim eina*.
Suaheli ist mir sehr vertraut geworden

Es war eine ältere Frau die Terry mit brachte und sie verzogen sich gleich in die Küche. Es war schön, wieder Lachen zu hören, speziell wenn es aus der Küche kam. Von dem was sie sprachen verstand ich kein Wort. Es war in der Sprache der Kikuyu und ich verstand nur einigermaßen gut die Amtssprache: Suaheli!
Terry kam raus zum Tischdecken und ich fragte sie nach den Traubenzucker. Sie lachte hellauf und erklärte mir, daß sie nichts gefunden habe und lachte wieder, aber dafür habe sie doch die Bekannte aus ihren Dorf mitgebracht. Es roch von der Küche her hervorragend !! *Nyama, Sima na Pili-pili* also eine Art von Gulasch, Hirsebrei und Peperonini - ich liebe dieses Essen.
Ich *weil Mann* bekam natürlich als Erster mein „Essen". Hakiya Mungo - Mungo moja eine böse Überraschung!

Es war was undefinierbares Breiiges. Es schmeckte und roch auch undefinierbar. Mein Gesicht schaute momentan auch so ähnlich aus. Terry erklärte mir, sie habe ihrer Bekannten über meinen körperlichen Zustand aufgeklärt und diese Frau habe die alten medizinischen Kochrezepte noch gelernt.
Jetzt musste ich diesen Brei essen und natürlich durfte ich noch gar kein Fleisch essen und sei es noch so weich. Das hätte mein frisch operierter Magen nicht vertragen. Die Frauen wollten, wegen mir, in der kleinen Küche essen. Das gute Fleisch!
Nein, Terry, wir essen zusammen! Das war in Befehlston und soll heißen: keine Widerrede!
Diesen eigenartigen Brei bekam ich noch ein paar Tage und es ging mir stündlich besser.
Den Abend verbrachten wir im Biergarten aber ohne Alkohol.Einfach um unter Leuten zu sein.
Der nächste Tag fing wolkenlos und sehr warm an. Aus Solidarität aß Terry mit mir den „Brei" zum Frühstück. Ich ärgerte sie und sagte du bist bloß zu faul dir Brötchen zu holen. Nein! Wir lachten und küssten uns sehr vorsichtig!
Jemand klopfte ganz gewaltig und mehrfach an die Tür. Wir erschraken fürchterlich!

Das heftige klopfen wiederholte sich und es kam noch eine Stimme dazu die rief: Police! open the Door! Terry öffnete die Tür und wurde fast überrannt von 2 Zivilisten und 2 uniformierten Polizisten die in das Appartement reinstürmten. Kein Gruß- nichts. Die Zivilisten fingen sofort mit der Untersuchung an. Die Vorgehensweise haben sie von den Erdferkels abgeschaut.

Ich wollte ein paar mal wissen was los ist. „Halt dein Maul und bleib ruhig sitzen" war mehrmals die Antwort. Meine Uhr und mein Ring wurden auf den Tisch geschmissen, dazu kam jetzt meine Geldbörse. Es flogen noch ein paar Kleidungsstücke durch die Gegend und endlich fanden sie meine Brieftasche. Die flog nicht auf den Tisch, sondern wurde sorgfältig durchsucht. Bei der Heimfahrt, gestern,vom Krankenhaus zu Appartement hielt ich vor der Kenia-National-Bank um noch Geld zu holen.
Ich musste ja noch die Miete zahlen und so war in meine Brieftasche ein schönes Bündel Geld.
Sie packten alles zusammen und dann sollten wir gehen, denn ich wäre verhaftet.
Ich bin also verhaftet hier in Kenia!!
„Wir gehen erst wenn ich für die beschlagnahmten Sachen einen Quittung bekomme" sagte ich
sehr bestimmt und blähte mich ein bißchen auf. Mit der frischen Op-Narbe konnte ich mich nicht einmal wehren, aber das wussten die ja nicht.
Sie schauten sich einander an und taten so als ob sie dachten und - O Wunder, einer von den Zivilisten füllte einen (Schmier)-Zettel aus, mit wirklich allen Einzelheiten.
Er unterschrieb und ich ließ noch einen Uniformierten unterschreiben - weil der eine Nummer hatte:„4711" hahaha, aber mir war eigentlich gar nicht zum Lachen .

So nun wurde ich, unter großem Publikum, in den Streifenwagen verfrachtet.
Der Wagen war genauso schlecht wie die Taxis aber die mussten Strafe zahlen für ihre Kisten

Am Polizeihaupt-quartier angekommen verließen uns die Zivilisten und die Uniformierte führten mich ich ein Büro in den, rangmäßig ein mittlerer Beamter saß. Die Polizisten zeigten ihm die beschlagnahmten Sachen. Der wiederum schaute mich an und fragte mich ob ich mich schuldig bekenne. So passierte es, wie es bei mir in unmöglichen Situationen eigentlich meistens passiert - ich lachte voll raus und sagte fast militärisch: "No!Sir!" Ich wusste aber immer noch nicht was los war und hatte plötzlich Sehnsucht nach der Deutschen Polizei.

Ich wurde einen Stock höher geführt zu einen fast märchenhaften doppeltürigen Portal in arabischen Stil. Links und rechts stand ein Parade-Polizist. Es waren die Gemächer des "Polizei-Präsidenten" von Mombasa oder so ähnlich.
Jetzt bekam ich aber wirklich Angst - was habe ich angestellt - was soll ich ich gemacht haben. Wir wurden von der Garde herein gerufen. Das Büro war pompös.
Als erstes fiel mir das große Bild von Mekka auf und noch Bilder von großen Moscheen. Er war also Moslem. Ich begrüßte ihn nicht mit Jambo, sondern mit Salaam alaikum und brachte meine rechte Hand zur Brust. Jetzt konnte und durfte nur eine freundliche Antwort kommen.
Alaikum salaam - ana kalam arabic? Er erwiderte meinen Gruß und fragte mich erstaunt ob ich arabisch spreche. Ich beantwortet alle seine Fragen wahrheitsgemäß. Ich musste ihm von Saudi-Arabien erzählen - von der Autobahn nach Mekka die Ungläubige nicht befahren dürfe - von der Wüste - von den Moscheen - zwischen durch bekam ich Tchai = Tee und sehr süßes Gepäck

Ich hatte einen Gedankenblitz und fragte ihn ob ich ihn was zeigen darf aus meiner Geldbörse.
Ich durfte und holte meinen königlichen VIP-Ausweis von Saudi-Arabien heraus (mit den kam ich in Kenia immer am Zoll vorbei) Ich sah in seinen Gesicht, daß ich gewonnen hatte, aber ich wusste immer noch nicht warum ich verhaftet wurde. Bei den Arabern habe ich gelernt, daß es lange dauert bis man zum Thema kommt und so wartete ich - mir blieb auch nichts anderes übrig - aber mein Gefühl war wieder gut. Er fragte mich plötzlich woher ich das Geld habe? Das Verhör hat begonnen! Von der Kenya National Bank mit meiner EC-Karte geholt, war meine ehrliche Antwort. Der Beleg war noch in der Brieftasche. Wo war ich am Dienstag..?

Im Pandy-Hospital . Ob ich das beweisen könne ? Hier ? Jetzt ? Nein - Doch!! Ich machte mein Hemd auf.
- er sah die lange, noch leicht blutverkrustet OP-Narbe - und - er fiel leicht in Ohmacht. Seine Garde kam in Laufschritt herein. Der eine mit einen Windfechel aus Federn der andere mit Riechsalz und ganz routiniert brachten sie ihn wieder zum Leben.
Jetzt erfuhr ich erst: den Schweizer über mir im 2.Stock dem wurde (angeblich) Geld geklaut, hat eine Anzeige gemacht, und weil ich immer Geld hatte, kann es nur ich gewesen sein.
Das Verhör war beendet!
Der Polizei-Chef 
und ich verabschiedeten uns herzlich auf arabisch und wir sahen uns später noch einmal aber das ist eine andere lange Geschichte!

Es ist noch nicht ganz Schluss: ich sagte den beiden Unformierten, das sie mich jetzt wieder heimfahren dürfen und mir die beschlagnahmten Sachen wieder geben dürfen.

Oh - sie wollten weder das Eine noch das Andere!

So drehte ich mich um und ging wieder auf die Tür des Polizei-Chefs zu. Die glaubten es bis zum Schluss nicht, daß die beschlagnahmten Gegenstände, einschließlich Geld, mir gehören.

Die Garde ließ mich sofort passieren.
Der Präsident schaute sehr verwundert an und wurde aber schnell von mir aufgeklärt und ich übergab ihm auch die Quittung gezeichnet von „4711" - die 2 Polizisten wurden geholt - und jetzt kommt's:
"wir haben kein Geld beschlagnahmt!!"
Also war die Entscheidung des Präsidenten wie folgt:

ich, Mzee George, werde mit seinen Wagen

(mit Stoßdämpfer und Klimaanlage usw.) heim gefahren,

die Quittung behält er bis alles wieder da ist, das schwört er bei Allah und die beiden Polizisten müssen suchen bis alles da ist, das schwor er auch bei Allah!

Ich genoss die Heimfahrt mit diesen stadtbekannten Wagen. Den Fahrer fragte ich einfach, ob er nicht langsamer fahren könne wegen meiner OP ? Er grinste

und fuhr mich provozierend langsam bis auf den Millimeter genau vor die Haustüre.
Terry umarmte mich nur und weinte, dann haute sie mich mit ihren kleinen Händchen und erst dann bekam ich einen Kuß und was tat ich - ich lachte
10 Minuten später kam noch ein Streifenwagen und brachte mir ALLE meine Sachen und natürlich feierten wir im Biergarten und lachten

Auf Befehl von Terry musste ich aber immer noch den Brei essen ! ...und ich lachte nicht mehr

 

Uhuru

...und wir feierten


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Shimo la Tewa = Das Haus der Gefangenen